Alfried Schöngrüns Lehrjahre

Alfried Schöngrüns Lehrjahre

Tagebuchroman

Nach „Klausens Wandlung“ und „Heinrichs Flussfahrt“ auf der Hauptseite zu lesen.

 

Vorbemerkung

….unser Held ist noch jung und wir müssen ihm seine jugendliche Sprache am Anfang seiner Aufzeichnungen nachsehen….

 

Grünes Buch

1
Es ist gleich mittags halb eins und ich bin gerade aus einem unbequemen leichten Schlaf, der wohl auf die fünf Bier von gestern Abend zurückzuführen ist, erwacht und muss wieder an die Probleme denken, die mich derzeit umgeben. Da ist die hübsche Sandra 1, die nun schon bestimmt zwei Monate fort ist und mir doch jeden Morgen eine bedrückte Stimmung beschert, was ich nicht verstehen kann. Noch ein Fünkchen Hoffnung habe ich, weiß jedoch nicht, ob ich es wirklich will, wie bei so vielen Dingen in letzter Zeit. Ich werde sie wohl erst vergessen, wenn ich eine andere Liebe gefunden habe. Dabei war ich immer der Meinung, sie wäre nur eine ganz kleine Liebe. Jedenfalls fällt es mir wahnsinnig schwer.
Die andere Frau ist Sandra 2, die mich nach einem Gig ansprach und mit der ich nun schon fünf Wochenenden verbracht habe.

Gestern war ich in der Mensa essen und in der Stadt bummeln, traf Chris und Micha und wir saßen auf der Bank und schauten Frauen. Eigentlich wollte ich nach Hause, da ich einen Anruf von Sandra 2 erwartete, die gerade aus Kanada zurückgekommen war, doch Chris schlug einen Theaterbesuch vor: „Die neuen Leiden des jungen W.“ und ich ging darauf ein. Es war jedoch ausverkauft und so fuhren wir mit meiner ROSL, Genex-Trabant delüxe mit grünem Dach der gerade für 1000 Mark durch den TÜV gekommen war, herum, hielten irgendwo an, stiegen auf Heizungsrohre, aßen Brombeeren und fuhren dann in den Keller (Kneipe mit Tanzmöglichkeit). Wir sprachen über den Abend und die Nacht, die wir mit Katja verbracht hatten.

Sie war letzte Woche zum Gig gekommen, nachdem wir sie, initiiert durch Chris, bei einer ihrer Tanzaufführungen besucht hatten. Sie sagte damals, sie müsse mich wiedersehen. Nach dem Gig erzählten wir noch lange und Katja entschied sich mit uns beiden noch auszugehen. Vor allem ihre jugendliche Heiterkeit und ihr schnelles Reden mit zahlreichen Gedankensprüngen ließen uns uns selbst schon etwas alt vorkommen. Wir saßen und lagen bis kurz vor sieben in der Früh bei mir. Die Situation war eigenartig aber schön. Später fuhr ich Katja nach Hause. Hoffe, ich sehe sie bald wieder.
Gestern bis zwei Uhr im Keller. Die Band war Mist. Chris traf seinen Schwarm der leider nicht auf ihn steht.
Jetzt zum Essen in die Mensa. Heute Abend zur Geburtstagsparty eingeladen von der Studentin Katja Z.. Gefällt mir eigentlich gut. Werde wohl nicht hingehen. So gut gefällt sie mir dann doch nicht. Ihre etwas scheußliche Freundin will mich.

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